Hecht oder Zander, Rotauge oder Rotfeder, Aland oder Döbel: Wer in Sachsen-Anhalt die Fischerprüfung ablegt oder angelt, muss die Arten sicher unterscheiden.

Hier findest du 43 Arten mit Foto, Zeichnung, Erkennungsmerkmalen und typischen Gewässern im Land.

Schonzeiten und Mindestmaße stammen aus den §§ 3 und 4 der Fischereiordnung des Landes Sachsen-Anhalt (FischO LSA), Fassung gültig ab 16. März 2013.12 Gewässer- und Vereinsordnungen können strenger sein, frag deshalb vor dem Angeln nach.

Der Rote-Liste-Status folgt der Artenliste des Landesamts für Umweltschutz von 2016.3

Wie du an die Angelkarte kommst, steht in unserem Ratgeber zur Angelkarte in Sachsen-Anhalt. Die Arten übst du im Fragenkatalog zur Fischerprüfung.

Alle Fischarten im Überblick

ArtGewässertypSchonzeitMindestmaß
Raubfische
HechtSeen, Flüsse, Kanäle15.2. bis 30.4.50 cm
ZanderSeen, Flüsse, Kanäle15.2. bis 31.5.50 cm
FlussbarschFast alle Gewässerkeinekeine
WelsGroße Flüsse, Altarme, warme Seenkeinekeine
RapfenGroße Flüssekeine40 cm
AalAlle Gewässertypenkeine50 cm
QuappeKühle Flüsse, tiefe Seenkeine30 cm
Friedfische
KarpfenSeen, Teiche, langsame Flüssekeine35 cm
SchleieVerkrautete Seen, Teichekeine25 cm
Brachse (Blei)Seen, langsame Flüssekeinekeine
Rotauge (Plötze)Fast alle Gewässerkeinekeine
RotfederStehende, verkrautete Gewässerkeinekeine
AlandGroße Flüsse, Seenkeinekeine
DöbelFlüsse, Bächekeinekeine
KarauscheKleine, verkrautete Gewässerkeinekeine
GiebelSeen, Teiche, Kanälekeinekeine
HaselKleine Flüsse, Bächekeinekeine
ZopeGroße Flüsse, Altarmekeinekeine
Ukelei (Laube)Seen, Flüssekeinekeine
GründlingBäche, Flüsse, Sandseenkeinekeine
KaulbarschSeen, Flüsse, Kanälekeinekeine
GüsterSeen, langsame Flüssekeinekeine
BarbeSchnelle Flüsse mit Kiesgrund1.4. bis 30.6.45 cm
Zährte (Rußnase)Große Flüssekeine30 cm
Salmoniden und Maränen
BachforelleKühle, schnelle Bäche und Flüsse15.9. bis 31.3.25 cm
RegenbogenforelleForellenteiche, Seen, kühle Gewässerkeine25 cm
ÄscheKlare, schnelle Flüsse1.12. bis 15.5.30 cm
Große Maräne (Renke)Tiefe, kühle Seenkeine30 cm
Kleine MaräneTiefe, klare Seenkeine12 cm
Ganzjährig geschützte Arten
LachsWanderfisch, Flüsseganzjährig geschütztganzjährig geschützt
MeerforelleWanderfisch, Flüsseganzjährig geschütztganzjährig geschützt
NaseSchnelle Flüsse mit Kiesgrundganzjährig geschütztganzjährig geschützt
BitterlingSeen, Altarme, Gräbenganzjährig geschütztganzjährig geschützt
SchlammpeitzgerGräben, Altarme, Moorgewässerganzjährig geschütztganzjährig geschützt
Groppe (Mühlkoppe)Kühle Bächeganzjährig geschütztganzjährig geschützt

„keine“ heißt: Für diese Art sieht die FischO LSA weder eine landesrechtliche Schonzeit noch ein landesrechtliches Mindestmaß vor.12 Gewässer- und Vereinsordnungen können strenger sein. Die ganzjährig geschützten Arten stehen in § 2.4

Schonzeiten und Mindestmaße

Schonzeit und Mindestmaß stehen bei jeder Art im Steckbrief und in der Übersichtstabelle oben. Sie stammen aus den §§ 3 und 4 der Fischereiordnung des Landes (gültig ab 16. März 2013).1

Gefangene Tiere in der Schonzeit setzt du sofort schonend zurück. Alle Fristen mit Monatskalender und Sonderregeln: Schonzeiten Sachsen-Anhalt.

Wo du die Arten befischen kannst, zeigt der Überblick der Angelseen in Sachsen-Anhalt. Die Fristen übst du im Prüfungstrainer für die Fischerprüfung.

Raubfische

Diese Arten jagen Fische. Sie sind die Hauptziele der Spinn- und Ansitzangler.

Hecht
Foto: HalbsHännile, CC BY-SA 4.0

Hecht

Schonzeit
15.2. bis 30.4.
Mindestmaß
50 cm
Größe
50 bis 100 cm
Rote Liste
ungefährdet

Lang gestreckter Körper mit entenschnabelartig abgeflachter Schnauze und großem, zahnbewehrtem Maul. Die Rückenflosse sitzt weit hinten, fast über der Afterflosse. Die Flanken sind olivgrün mit hellen, quer gereihten Flecken. Er steht an verkrauteten Ufern, im Schilf und an Seerosenfeldern und lauert dort auf Beute. In Sachsen-Anhalt fängst du ihn in Elbe, Saale, Mulde und Havel sowie in Seen wie dem Arendsee.

Zander
Foto: unbekannt, Public domain

Zander

Schonzeit
15.2. bis 31.5.
Mindestmaß
50 cm
Größe
45 bis 80 cm
Rote Liste
ungefährdet

Du erkennst ihn an den zwei getrennten Rückenflossen, von denen die vordere Stachelstrahlen trägt, und an den großen Fangzähnen. Dazu kommen die glasig hellen Augen und dunkle Querbänder auf grau-grünlichem Grund. Er bevorzugt trübes, sauerstoffreiches Wasser mit hartem Grund und jagt im Freiwasser und an Kanten. Typische Zanderwasser sind Elbe, Saale, der Mittellandkanal und die großen Tagebauseen wie der Geiseltalsee.

Flussbarsch
Foto: GerardM, CC BY-SA 3.0

Flussbarsch

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 35 cm
Rote Liste
ungefährdet

Typisch sind die dunklen Querbinden, die zwei Rückenflossen (vorn stachelig, mit schwarzem Fleck) und die orangeroten Bauch- und Afterflossen. Er lebt in Schwärmen in nahezu jedem Gewässer, von der Talsperre bis zum Kanal, und steht gern an Steinpackungen und Stegen. Er kommt in nahezu allen Gewässern des Landes vor, von den Tagebauseen bis zu den Harzer Talsperren.

Wels
Foto: HalbsHännile, CC BY-SA 4.0

Wels

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
80 bis 150 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Der schuppenlose, schleimige Körper, das breite Maul mit sechs Barteln (zwei lange am Oberkiefer, vier kurze am Unterkiefer), die winzige Rückenflosse und die sehr lange Afterflosse machen ihn unverwechselbar. Er hält sich tagsüber in tiefen Kolken und unter Totholz auf und jagt nachts. Er braucht warmes Wasser. In Sachsen-Anhalt lebt er vor allem in der Elbe und im Unterlauf größerer Nebenflüsse.

Rapfen
Foto: Karelj, Public domain

Rapfen

Schonzeit
keine
Mindestmaß
40 cm
Größe
40 bis 70 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Als einziger heimischer Karpfenfisch jagt er Fische. Das Maul ist tief gespalten und reicht bis unter das Auge, der Unterkiefer steht vor, der Körper ist schlank und silbrig. Er jagt in der Strömung an der Oberfläche, etwa an Buhnen und Wehren, und frisst vor allem Ukelei. In Sachsen-Anhalt findest du ihn in Elbe und Saale, wo er an Buhnen und Wehren jagt.

Aal
Foto: GerardM, CC BY-SA 3.0

Aal

Schonzeit
keine
Mindestmaß
50 cm
Größe
50 bis 80 cm
Rote Liste
gefährdet (3)

Schlangenförmiger Körper mit einem durchgehenden Flossensaum aus Rücken-, Schwanz- und Afterflosse, winzige Schuppen in schleimiger Haut, kleine Brustflossen. Er ist nachtaktiv, versteckt sich tagsüber im Schlamm oder unter Steinen und wandert zum Laichen in die Sargassosee. Die Bestände stützt vor allem Besatz. Aale gibt es im ganzen Land, überwiegend aus Besatz, in Elbe, Saale und den Seen.

Quappe
Foto: Jeolme, CC BY-SA 4.0

Quappe

Schonzeit
keine
Mindestmaß
30 cm
Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Als einziger Süßwasserverwandter des Dorsches trägt sie einen Bartfaden am Kinn, hat zwei Rückenflossen (die zweite sehr lang) und eine braun-gelb marmorierte, schleimige Haut. Sie ist nachtaktiv und laicht im tiefen Winter, zwischen Dezember und Februar. In Sachsen-Anhalt kommt sie in Elbe, Saale und tieferen Seen vor, ist aber selten geworden.

Friedfische

Friedfische fressen Pflanzen, Kleintiere und Insekten. Viele sehen sich ähnlich, deshalb sind die Unterscheidungsmerkmale hier besonders wichtig.

Karpfen
Foto: USFWS, Public domain

Karpfen

Schonzeit
keine
Mindestmaß
35 cm
Größe
40 bis 70 cm
Rote Liste
ungefährdet

Vier Barteln (zwei Paare am Oberkiefer), ein unterständiges, rüsselartig vorstreckbares Maul und eine lange Rückenflosse mit kräftigem, gesägtem Stachelstrahl. Bei Zuchtformen fehlen Schuppen teilweise (Spiegelkarpfen, Zeilkarpfen, Lederkarpfen). Er liebt warme, nährstoffreiche Gewässer mit weichem Grund und ist der klassische Besatzfisch der Teichwirtschaft. In Sachsen-Anhalt steht er in Teichen, Seen und langsam fließenden Abschnitten von Elbe und Saale.

Schleie
Foto: Karelj, Public domain

Schleie

Schonzeit
keine
Mindestmaß
25 cm
Größe
25 bis 40 cm
Rote Liste
ungefährdet

Sehr kleine Schuppen in dicker Schleimschicht, olivgrün mit goldenem Schimmer, abgerundete Flossen, zwei winzige Barteln an den Maulwinkeln und rötlich-orange Augen. Sie bevorzugt warme, verkrautete und schlammige Gewässer und steht dort bodennah, oft an Schilfkanten. Du findest sie in verkrauteten Seen, Altwassern und Teichen.

Brachse (Blei)
Foto: Микова Наталия, Public domain

Brachse (Blei)

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste
ungefährdet

Hochrückig und seitlich stark abgeflacht, mit langer Afterflosse (23 bis 29 Strahlen) und einem rüsselartig vorstreckbaren, unterständigen Maul. Die Färbung reicht von silbrig bis bronzefarben. Sie zieht in großen Schwärmen über weichem Grund und ist in nährstoffreichen Seen oft die häufigste Fischart. In Elbe, Saale und den großen Seen ist sie oft die häufigste Art.

Rotauge (Plötze)
Foto: Ullrich Mühlhoff, CC BY-SA 3.0

Rotauge (Plötze)

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 30 cm
Rote Liste
ungefährdet

Rote Iris mit rotem Fleck, orangerote Brust- und Bauchflossen, endständiges Maul. Die Rückenflosse beginnt direkt über den Bauchflossen. Das ist der Unterschied zur Rotfeder. Sie lebt in Schwärmen in Seen und Flüssen und ist in Brandenburg und Sachsen-Anhalt einer der häufigsten Fische überhaupt. Sie fehlt in kaum einem Gewässer des Landes.

Rotfeder
Foto: George Chernilevsky, Public domain

Rotfeder

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 30 cm
Rote Liste
ungefährdet

Oberständiges Maul, tiefrote Flossen, goldgelbe Iris und ein scharfer Kiel zwischen Bauchflossen und After. Die Rückenflosse sitzt weiter hinten als beim Rotauge, erst hinter dem Ansatz der Bauchflossen. Sie hält sich dicht unter der Oberfläche in Krautbeständen und Schilf auf. Sie steht in verkrauteten Buchten, Altwassern und Kanälen.

Aland
Foto: Piet Spaans, CC BY 2.5

Aland

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste
ungefährdet

Kräftiger, goldglänzender Karpfenfisch mit rötlichen Flossen. Seine Afterflosse ist nach innen gewölbt (konkav), beim ähnlichen Döbel nach außen. Er steht in der Strömung und in Seen, jagt Insekten und Kleinfische und ist ein beliebter Fisch für die Fliege und den Spinner. Er kommt vor allem in Elbe und Saale vor.

Döbel
Foto: Karelj, Public domain

Döbel

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
30 bis 60 cm
Rote Liste
ungefährdet

Großer, breiter Kopf, große Schuppen mit dunklem Rand, rötliche Bauch- und Afterflossen. Die Afterflosse ist nach außen gewölbt (konvex), das unterscheidet ihn vom Aland. Er steht in Rudeln in Strömungskanten und unter überhängenden Bäumen und frisst fast alles. Du findest ihn in Elbe, Saale, Bode und anderen Flüssen.

Karausche
Foto: Swaggo42, CC BY-SA 4.0

Karausche

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 30 cm
Rote Liste
gefährdet (3)

Hochrückig, goldbraun, ohne Barteln, mit gerundeter Rückenflosse. Beim sehr ähnlichen Giebel ist die Rückenflosse leicht eingebuchtet. Sie lebt in kleinen, sauerstoffarmen, verkrauteten Gewässern wie Torfstichen und Dorfteichen und verträgt viel. Wildformen sind selten geworden. Sie halten sich in kleinen, verkrauteten Weihern und Gräben.

Giebel
Foto: KDS444, CC BY-SA 3.0

Giebel

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
20 bis 35 cm
Rote Liste
ungefährdet

Silbrig-gelbliche Färbung, keine Barteln, Rückenflosse mit leicht eingebuchteter Kante und ein heller Peritonealüberzug. Verwechselt wird er mit der Karausche. Er ist sehr anpassungsfähig und breitet sich in nährstoffreichen Gewässern stark aus. Er ist in Teichen, Kanälen und nährstoffreichen Seen häufig.

Hasel
Foto: Alexander Suvorov, Public domain

Hasel

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste
ungefährdet

Schlank, silbrig, mit stumpfer Schnauze und eingebuchteter Afterflosse. Die Flossen sind blassgelb bis leicht rötlich. Er lebt in Schwärmen in sauberen, schnell fließenden kleinen Flüssen, oft zusammen mit Döbel und Gründling. Er lebt in kleineren, schnell fließenden Flüssen und Bächen.

Zope
Foto: Harka, Akos, CC BY 3.0

Zope

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
25 bis 40 cm
Rote Liste
gefährdet (3)

Lang gestreckter, hochrückiger und seitlich stark abgeflachter, bläulich-silbriger Körper mit sehr langer Afterflosse (37 bis 45 Strahlen). Sie lebt im Freiwasser von Flüssen und Altarmen und gilt als wärmeliebend. In Sachsen-Anhalt ist sie selten und lebt in der Elbe und ihren Altarmen.

Ukelei (Laube)
Foto: Peter van der Sluijs, CC BY-SA 3.0

Ukelei (Laube)

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
10 bis 15 cm
Rote Liste
ungefährdet

Klein, schlank, hellsilbrig mit oberständigem Maul und einer Afterflosse mit 16 bis 20 Strahlen. Er steht in großen Schwärmen dicht unter der Oberfläche und ist die Hauptbeute vieler Raubfische. In Elbe, Saale und den Seen ist er die wichtigste Futterfischart.

Gründling
Foto: Lorenz Seebauer, CC BY-SA 4.0

Gründling

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
10 bis 15 cm
Rote Liste
ungefährdet

Rundlicher Querschnitt, unterständiges Maul mit zwei kleinen Barteln an den Maulwinkeln, dunkle Flecken entlang der Seitenlinie. Er lebt über Sand und Kies und sucht dort bodennah nach Kleintieren. Er lebt in sandigen und kiesigen Bächen und Flüssen.

Kaulbarsch
Foto: Tiit Hunt, CC BY-SA 3.0

Kaulbarsch

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
10 bis 15 cm
Rote Liste
ungefährdet

Kleiner Barschverwandter mit durchgehender, ungeteilter Rückenflosse, braun-gelber, dunkel gefleckter Haut und Dornen am Kiemendeckel. Er sitzt am Grund über Sand und Kies und bildet manchmal große Bestände. Er ist in Elbe und Saale häufig.

Güster
Foto: Lorenz Seebauer, CC BY-SA 4.0

Güster

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste
ungefährdet

Ähnelt der jungen Brachse, hat aber größere Augen und eine kürzere Afterflosse (um 20 Strahlen). Bauch- und Afterflossen sind rötlich. Sie lebt in Schwärmen in nährstoffreichen Gewässern, oft zusammen mit der Brachse. Sie lebt in Elbe, Saale und nährstoffreichen Seen.

Barbe
Foto: Linie29, CC BY-SA 3.0

Barbe

Schonzeit
1.4. bis 30.6.
Mindestmaß
45 cm
Größe
40 bis 70 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Gestreckter, rundlicher Körper mit unterständigem Maul, vier Barteln (zwei Paare) und einem kräftigen, gesägten Stachelstrahl in der Rückenflosse. Sie steht tagsüber in der Strömung über Kies und wühlt nachts nach Futter. In Sachsen-Anhalt ist sie selten. Die FischO LSA nennt für sie eine Schonzeit vom 1.4. bis 30.6. und ein Mindestmaß von 45 cm.12

Zährte (Rußnase)

Schonzeit
keine
Mindestmaß
30 cm
Größe
25 bis 40 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Hochrückig, mit vorstehender Nase und unterständigem Maul. Zur Laichzeit färbt sich der Rücken fast schwarz, die Flossen werden orange. Sie ist sehr selten und laicht in Flüssen mit kiesigem Grund. Sie ist in Sachsen-Anhalt sehr selten. Die FischO LSA kennt für sie keine landesrechtliche Schonzeit, aber ein Mindestmaß von 30 cm.2

Salmoniden und Maränen

Lachsartige erkennst du an der Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse.

Bachforelle
Foto: Robermix, CC0

Bachforelle

Schonzeit
15.9. bis 31.3.
Mindestmaß
25 cm
Größe
25 bis 40 cm
Rote Liste
gefährdet (3)

Fettflosse, rote Punkte mit hellem Hof auf den Flanken, schwarze Punkte, kaum eingebuchtete Schwanzflosse. Das Maul reicht bis hinter das Auge. Sie lebt in kühlen, sauerstoffreichen Fließgewässern mit Verstecken und Kiesbänken. Forellenbäche gibt es im Harz und seinem Vorland, zum Beispiel an Bode, Selke und Ilse.

Regenbogenforelle
Foto: Liquid Art, CC BY-SA 4.0

Regenbogenforelle

Schonzeit
keine
Mindestmaß
25 cm
Größe
25 bis 50 cm
Rote Liste
Neozoon

Breites, rosa bis violett schimmerndes Band entlang der Flanke, viele kleine schwarze Punkte, auch auf Schwanz- und Rückenflosse, dazu eine Fettflosse. Sie stammt aus Nordamerika und wird für die Angelfischerei und Teichwirtschaft besetzt. Sie pflanzt sich in unseren Gewässern kaum fort. Sie steht in Forellen- und Angelteichen, in freien Gewässern nur nach Besatz.

Äsche
Foto: Zsoldos Márton, CC BY-SA 3.0

Äsche

Schonzeit
1.12. bis 15.5.
Mindestmaß
30 cm
Größe
30 bis 45 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Die hohe, fahnenartige Rückenflosse mit rotvioletten Flecken ist das Erkennungszeichen, dazu kommen eine Fettflosse und ein unterständiges Maul. Sie lebt in der Äschenregion, dem Flussabschnitt mit kiesigem Grund und starker Strömung und ist sehr empfindlich gegen Wasserverschmutzung. In Sachsen-Anhalt ist sie selten und kommt vor allem in Harzflüssen vor.

Große Maräne (Renke)
Foto: Apple2000, CC BY 3.0

Große Maräne (Renke)

Schonzeit
keine
Mindestmaß
30 cm
Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste
sehr selten (R)

Silbrig, mit Fettflosse und kleinem Maul ohne Zähne. Sie wird deutlich größer als die Kleine Maräne. Sie lebt im Freiwasser tiefer, klarer Seen und wird vielerorts besetzt. Besetzt wird sie in tiefen, klaren Seen und Talsperren.

Kleine Maräne
Foto: Markus Kauppinen, CC BY-SA 4.0

Kleine Maräne

Schonzeit
keine
Mindestmaß
12 cm
Größe
12 bis 25 cm
Rote Liste
sehr selten (R)

Silbrig, schlank, mit Fettflosse und einem Unterkiefer, der den Oberkiefer überragt. Sie bleibt deutlich kleiner als die Große Maräne. Sie bildet im Freiwasser große Schwärme und wird auch kommerziell genutzt. Bekannt ist die Kleine Maräne aus dem Arendsee in der Altmark.

Ganzjährig geschützte Arten

Diese Arten sind nach § 2 FischO LSA ganzjährig geschützt (Fangverbot).4 Fänge setzt du sofort und schonend zurück.

Lachs
Foto: Hartley, William W., Public domain

Lachs

Schonzeit
ganzjährig geschützt
Mindestmaß
ganzjährig geschützt
Größe
60 bis 100 cm
Rote Liste
ausgestorben (0)

Torpedoförmig, Fettflosse, kaum Flecken auf den Flanken, ein sehr schmaler Schwanzstiel. Zur Laichzeit färbt sich das Männchen kupferrot und bekommt einen Kiefer-Haken. Er wandert zum Laichen aus dem Meer in kiesige Oberläufe. Wo er auftaucht, stammt er meist aus Wiederansiedlungsprojekten. Im Elbeeinzugsgebiet laufen Wiederansiedlungsprojekte, Nachweise sind selten.

Meerforelle

Schonzeit
ganzjährig geschützt
Mindestmaß
ganzjährig geschützt
Größe
50 bis 80 cm
Rote Liste
ausgestorben (0)

Silbrig, mit schwarzen Punkten, aber wenig oder keinen roten. Das Maul reicht nur bis zur Augenmitte. Sie ist die Wanderform der Bachforelle. Sie zieht zum Laichen aus der Ostsee in kiesige Bäche und Flüsse. Aufsteiger aus der Nordsee erreichen nur vereinzelt die Elbe.

Nase
Foto: André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5

Nase

Schonzeit
ganzjährig geschützt
Mindestmaß
ganzjährig geschützt
Größe
30 bis 45 cm
Rote Liste
vom Aussterben bedroht (1)

Hornige, scharfkantige Unterlippe, unterständiges Maul mit vorstehender nasenartiger Schnauze, silbrig mit dunklem Bauchfell. Sie weidet Algen von Steinen ab und zieht zum Laichen in kiesige Flussabschnitte. Die Bestände sind in Sachsen-Anhalt auf Reste zurückgegangen.

Bitterling
Foto: George Chernilevsky, Public domain

Bitterling

Schonzeit
ganzjährig geschützt
Mindestmaß
ganzjährig geschützt
Größe
5 bis 8 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Kleiner, hochrückiger Karpfenfisch, die Männchen tragen zur Laichzeit ein auffälliges Prachtkleid. Er legt seine Eier in Teich- und Flussmuscheln. Er lebt in verkrauteten Altarmen, Gräben und kleinen Seen mit Muschelbestand. Er lebt in verkrauteten Altarmen und Gräben mit Muschelbestand.

Schlammpeitzger
Foto: George Chernilevsky, Public domain

Schlammpeitzger

Schonzeit
ganzjährig geschützt
Mindestmaß
ganzjährig geschützt
Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Aalartig gestreckter, braun-gelb längsgestreifter Körper mit zehn Barteln um das Maul. Er atmet zusätzlich über den Darm Luft. Er lebt im Schlamm kleiner, sauerstoffarmer Gewässer und ist ein Wetterprophet, weil er bei Luftdruckfall unruhig wird. Er lebt in kleinen Gräben, Altarmen und Moorgewässern.

Groppe (Mühlkoppe)
Foto: Piet Spaans, CC BY-SA 2.5

Groppe (Mühlkoppe)

Schonzeit
ganzjährig geschützt
Mindestmaß
ganzjährig geschützt
Größe
8 bis 15 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Großer, breiter Kopf, keulenförmiger Körper ohne Schuppen, große Brustflossen und ein Dorn am Vorkiemendeckel. Sie lebt versteckt unter Steinen in kühlen, sauerstoffreichen Bächen. In Sachsen-Anhalt lebt sie in kühlen Harzbächen.

Weitere geschützte Arten

Diese Arten nennt § 2 FischO LSA ebenfalls als ganzjährig geschützt.4 Du erkennst sie vor allem an Größe und Körperform, meist ohne Illustration.

  • Elritze: kleiner, schlanker Karpfenfisch klarer Bäche
  • Moderlieschen: winziger Schwarmfisch
  • Schmerle: Bartfäden, lebt am Bachgrund
  • Steinbeißer: kleiner Grundfisch mit Dorn unter dem Auge
  • Neunaugen: Bach-, Fluss- und Meerneunauge sind keine Fische im engeren Sinn
  • Stör, Finte, Maifisch, Nordseeschnäpel, Schneider: Wanderfische, in Sachsen-Anhalt ausgestorben oder verschollen
  • Weißflossengründling: dem Gründling ähnlich, aber mit hellen Flossen
  • Krebse und Muscheln: der Edelkrebs und heimische Muscheln sind geschützt

Häufige Fragen

Welche Schonzeiten gelten in Sachsen-Anhalt?

Das Landesrecht kennt fünf Schonzeiten: Äsche, Bachforelle, Barbe, Hecht und Zander. Alle Zeiträume mit Kalender stehen im Artikel Schonzeiten Sachsen-Anhalt.1

Wie groß muss ein Hecht in Sachsen-Anhalt sein?

Hecht und Zander haben nach § 4 FischO LSA ein Mindestmaß von 50 cm, gemessen von der Kopfspitze bis zur Schwanzspitze.2

Gibt es für den Wels ein Mindestmaß?

Nein, § 4 FischO LSA nennt für den Wels kein landesrechtliches Mindestmaß.2 Dein Verein kann strengere Regeln haben.

Welche Fische sind in Sachsen-Anhalt ausgestorben?

Die Landesliste führt Stör, Finte, Maifisch, Schneider und Nordseeschnäpel sowie Lachs, Meerforelle und Stint als ausgestorben oder verschollen.3

Quellen

  1. FischO LSA § 3 Schonzeiten (gültig ab 16.03.2013) (landesrecht.sachsen-anhalt.de)
  2. FischO LSA § 4 Mindestmaße (gültig ab 16.03.2013) (landesrecht.sachsen-anhalt.de)
  3. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt: Rundmäuler und Fische (Pflanzen und Tiere in Sachsen-Anhalt, 2016) (lau.sachsen-anhalt.de)
  4. FischO LSA § 2 Fangverbote (gültig ab 16.03.2013) (landesrecht.sachsen-anhalt.de)